Wassergenossenschaft Pranzing

gegründet 1968

Rückschau auf die Gründe, die zur Gründung der WG Pranzing führten – Schilderung der Situation:

Schlechte Wasserversorgung in den Orten Looh, Hainbach, Neujetzing, Pranzing und Raschbach.

Anfangs wurden Verhandlungen mit der WG Aurach unter Obmann Kölblinger geführt, um die Versorgung der obigen Orte zu gewährleisten. Die WG Aurach hatte jedoch nicht die nötige Menge Wasser zur Verfügung um alle zu versorgen. Obmann Kölblinger machte den Vorschlag, vorhandene Quellen im Hongargebiet zu prüfen. Die Quellen wurden von Beamten der Landesregierung geprüft, aber nicht zum Aufbau einer Versorgung befürwortet. Sie empfahlen stattdessen einen Geologen, der den Standort eines Brunnens prüfen sollte. Der Geologe empfahl den Standort im sogenannten Restlholz. Dieser erschien am günstigsten und man sollte in einer Tiefe von 40 bis 50 Metern genügend Trinkwasser finden. Die Kosten von S 4.000,-- für den Geologen wurden von der Gemeinde Aurach am Hongar übernommen.
Am 20. September 1968 wurde eine Interessentengemeinschaft gegründet. Es hatten sich 29 Interessenten gemeldet und der Bau eines Brunnens wurde beschlossen. Die Brunnenbauarbeiten wurden ausgeschrieben und schließlich an den Bestbieter, Firma Schirl aus Schwanenstadt zum Preis von S 90.000,-- vergeben. Die Arbeiten wurden im Winter 1968/1969 durchgeführt und in einer Tiefe von 48 Metern genügend Wasser gefunden. Die Interessenten mussten jeweils S 3.000,-- einzahlen – so konnte der Brunnen finanziert werden.
Auf Grund des großen Wasservorkommens, welches durch eine Probepumpung festgestellt wurde, erhöhte sich die Zahl der Interessenten auf 40. Es wurde umgehend eine Genossenschaft gegründet, die nach den Namen des Brunnenortes – WG Pranzing – benannt wurde.
Am 13.02.1969 wurde die Gründungsversammlung durchgeführt. Es wurde ein Vorstand gewählt. Als Obmann wurde Reiter Franz, als Stellvertreter Auracher Karl, als Schriftführer Jetzinger Johann und als Kassier Neuwirth Rudolf gewählt. Beschlossen wurde auch die Projektierung der Wasserversorgungsanlage und diese wurde an den Planer Dipl. Ing. Fischer aus Linz vergeben.
Im Frühjahr 1969 wurde die Bauverhandlung, die Ausschreibung für den Bau des Hochbehälters und der Versorgungsleitungen durchgeführt. Der Hochbehälter wurde im Wald der Familie Burgstaller in Looh errichtet. Nach der Vergabe an die Bestbieter wurde sofort mit dem Bau des Hochbehälters begonnen und fleißig um S 13,--/Std. gearbeitet. Nach dem Bau des Hochbehälters wurde sofort mit dem Bau der Verbindungsleitung begonnen. Die Brüder Landershammer fuhren mit 4 Baggern auf.
Die Leitung vom Brunnen zum Hochbehälter und von Brunnen nach Raschbach (cirka 12 km) wurde bei trockenem Wetter in nur 2 Monaten verlegt.
Beim Einbau der Pumpen in den Brunnen gab es eine böse Überraschung – es war kein Wasser mehr im Brunnen!
Durch die große Trockenheit das ganze Jahr hindurch, war der Wasserstand gesunken und es musste nachgegraben werden. Nach weiteren 2 Metern wurde wieder genügend Wasser vorgefunden, die Pumpen wurden nun eingebaut und der Hochbehälter befüllt.
Am 29. September 1969 wurde abermals eine Vollversammlung abgehalten. Bei dieser konnte ein Kostenvoranschlag für die Errichtung des weiteren Wasserleitungsnetzes vorgelegt werden. Die Gesamtkosten wurden mit S 1.000.000,-- geschätzt. Es wurde ein Finanzierungsplan erstellt und die Anschlusskosten mit S 10.000,-- pro Hausanschluss und mit S 500,-- pro Hektar Nutzfläche beschlossen. 50% der Baukosten werden vom Land OÖ. übernommen; ein Fehlbetrag wird mit einem Kredit abgedeckt.
Bis Mitte November 1969 wurden bei schönstem Wetter sämtliche Haupt- und Hausanschlussleitungen verlegt. Die Wassernot durch die große Trockenheit war groß, doch die Freude bei der Inbetriebnahme der Wasserleitung noch viel größer! Wir konnten es nicht glauben, doch die Wasserleitung funktionierte einwandfrei.
1972 wurde der Südteil von Raschbach bis hin zum Anwesen Pumberger an die Wasserleitung angeschlossen. Der Mitgliederstand erhöhte sich auf 45. Durch die Landesförderung von 50% war man 1973 bereits schuldenfrei.
1977 wurde auf Grund des Baubooms eine Ringleitung um Hainbach gebaut und eine Verbindung mit der WG Hainbach zur Notversorgung hergestellt.
1986 wurde wegen großem Mitgliederzuwachs in den Orten Looh und Hainbach eine zweite Versorgungsleitung gebaut. 1986 hatte man bereits 110 Mitglieder. Weiters wurde ein Steuerkabel vom Brunnen bis zum Hochbehälter verlegt und eine moderne Steuerung eingebaut.
Mit dem Vöckla-Ager Verband wurden Verhandlungen bezüglich Notversorgung geführt und auf deren Kosten wurde eine Netzverbindung hergestellt. – Dies gibt der WG Pranzing eine große Versorgungssicherheit.
1993 wurde auf Antrag der WG Jetzing eine Übernahme in die WG Pranzing beschlossen und eine Versorgungsleitung hergestellt.
1994 wurde auf Grund von Versorgungsschwierigkeiten beim Badebetrieb im Freibad von der WG Aurach eine Verbindung der beiden Anlagen beantragt. Es wurden Verhandlungen geführt, die beiderseits Vorteile erbrachten. – Die WG Aurach kann im Bedarfsfall von der WG Pranzing Wasser zum Strompreis beziehen, während die WG Aurach das anfallende Überwasser zum halben Strompreis an die WG Pranzing abgibt. Die Verbindungsleitung und der Übergabeschacht wurden zu gleichen Kosten gebaut. Die Verbindung hat sich bislang sehr bewährt und trägt zur beidseitigen Versorgungssicherheit wesentlich bei.
Weiters wurde eine Ringleitung vom Brunnen nach Pranzing und in die Siedlungsgebiete leistungsfähige Leitungen verlegt.

Vor allem in den Gewerbe- und größeren Siedlungsgebieten wurden nach und nach Hydranten errichtet. Auch am Ende der 2006 errichteten Versorgungsleitung bei der „Pfarl Siedlung“ steht ein Hydrant. Insgesamt stehen derzeit 12 Oberflurhydrantenfür Löschwasserzwecke im Versorgungsgebiet zur Verfügung.

Derzeit hat die WG Pranzing 204 Mitglieder welche aktuell cirka 36.600 m³ Wasser pro Jahr verbrauchen!